Vanille - Richtig Gut Würzen

Richtig Gut Würzen
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Vanille

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Macht Platz für die Königin!

Vanille ist die einzige Orchidee, die nicht nur hübsch aussieht sondern auch kulinarisch genutzt wird. Darum nennt man sie nicht ganz umsonst die Königin der Gewürze.
Da musst Du erstmal drauf kommen: In Mexiko, fernab von jeder Pfefferkultur, kommt jemand darauf die Schoten zu ernten bevor sie reif sind und noch nach nichts riechen. Dann startet sie oder er den Fermentationsprozess durch heißes Wasser. Anschließend lässt man sie entspannt trocknen/fermentieren um sie danach in Wolldecken, die man in Kisten steckt, zu lagern, damit die Restfeuchte das Produkt elastisch hält. Das ist jetzt 500 Jahre her.

Auch heute noch kommt die beste Vanille aus Mexiko (wütende Buhrufe aus Madagaskar). Nachdem Mitte des 19.Jhds ein Weg gefunden wurde, wie man die Vanille auch künstlich bestäuben konnte nahmen die Bourbonen die Orchidee mit auf ihre Insel und legten Platangen an. Die dort erzeugte Vanille wurde nach Europa exportiert, weshalb man sich in Europa an die Bourbon Vanille gewöhnte. Aber die Mexikanische ist eindeutig süßer und weicher.

Klassisch wird Vanille für Süßspeisen benutzt. Woher das kommt ist klar: Schon im Mittelalter versuchten Adlige ihr Gäste zu beeindrucken und das führte in Zeiten in denen sonst wenig los war dazu, dass dies an der Tafel zu passieren hatte.
Wie beeindruckt man Menschen? naja... damals dachten sie, dass man es mit Luxusgütern tut. Luxusgüter und Essen - wie passt das zusammen? Zu den Luxusgütern der Zeit zählten Salz, Pfeffer und natürlich auch die Vanille.
Um bei einem mehrgängigen Mahl eine vernünftige Hauptspeise zu präsentieren brauchte es Salz und Pfeffer - da blieb für die Vanille nur noch der Nachtisch.

Zeit das zu ändern!
Vanille ist ein Gewürz, das Du sehr gut auch in herzhaften Speisen einsetzen kannst. Vor ein paar Jahren habe ich mal Ossobucco mit Vanille zubereitet. Ein Traum!
Vanille passt super zu Hokaido Kürbis, zu Kohlrabi und Blumenkohl oder zu einem würzigen Salat, wie zB Feldsalat ( CH: Nüsslisalat / AUT: Vogerlsalat / Saarland: Mausohrsalat).
Du kannst mal "Vanille herzhaft" in Deine Suchmaschine tippen - da kommt ganz schön viel Kreatives zum Vorschein.

Vanille kann übrigens mehrfach benutzt werden! Wenn Du für Dein Rezept nur das Vanillemark brauchst, dann wirf die Schote bitte nicht weg!
Schneide sie klein und mach Vanillezucker indem Du einfach nur den Zucker und die Vanille vermischst. 250g Zucker pro Vanilleschote.
Trockne und mahle sie - benutze die gemahlene Vanille als Gewürz. Mische es mit Meersalz und geschroteten Habaneros zu einem Vanille-Chili Salz -> Klasse Geschenk!
Oder mach es wie die schwarzen Schafe der Eisindustrie, die Dir vorgaukeln wollen, dass echte Vanille im Eis ist. Beim billigen Eis sind das dann gemahlene Schoten und der Vanillegeschmack kommt aus Vanillin (Es gibt auch gutes Eis mit echter Vanille!)
Beim Einkauf:
Vanille sollte immer in einem Feuchtigkeitsdichten Behälter kommen. Herkunft und Größe sind wichtig - groß ist besser.
Passt besonders gut zu:
Desserts auf Milchbasis, Kuchen, Feingebäck, Geflügel, Kürbis, Blumenkohl, Kohlrabi, Pasta, Früchte aller Art
Harmoniert mit:Zimt, Tonkabohne, ungeräucherte Chili, Safran, grüner Cardamom
Anwendung:
Die Schote mit einer Pilzbürste trocken säubern. Die Schote der länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen, was ideal mit einem vorne abgerundeten Gegenstand wie einem Tafelmasser oder einem Espressolöffel passiert.
Hast Du die ganze, unversehrte, Schote mitgekocht, dann nimm sie aud der Garflüssigkeit, säubere sie und benutze sie nochmal. 3-4 Mal geht das. Übrigens funktioniert das auch mit dem Vanillezucker wie oben beschrieben.
Verwendung in Mühlen?Bedingt. Die Vanille muss vorher tieftrocken sein.
Wann kommt das Gewürz ins Essen?von Anfang an
In welchen Gewürzmischungen wird es verwendet?keine bekannt
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