Paprika - Richtig Gut Würzen

Richtig Gut Würzen
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Paprika

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Im Allgemeinen stellen wir uns unweigerlich das leuchtend rote Pulver aus Ungarn vor... die Realität ist eine andere.

Mehr als 2/3 des deutschen Bedarfs wird aus China und Spanien importiert.
Fangen wir also vorne an: meistens ist Gewürzpaprika in Deutschland relativ braun statt rot. Das ist kein großer Qualitätsmangel, er schmeckt trotzdem wie Paprika, sondern das liegt an den Sorten die zur Erzeugung bevorzugt werden um weniger Druck durch Pflanzenkrankheiten zu haben und natürlich um höhere Erträge zu erzielen, schließlich soll das Endprodukt ja billig sein... Diese Sorten sind zwar aromatisch -aber wie so oft im Leben ist das Bessere der größte Feind des Guten. Drittgrößter Importeur nach Deutschland ist Ungarn - leuchtend roter Paprika, wunderbar mit dem typischen Paprika Aroma,: fruchtig und hoch aromatisch. In Österreich ist brauner Paprika mithin unverkäuflich - dort muss es der leuchtend rote Paprika sein.
Die Farbwerte werden übrigens in Asta gemessen. Niedrige Asta Werte (z.B. 80) = brauner Paprika. Hohe Werte (z.B. 160) = roter Paprika. Mach mal den Test und sag dem Gewürzegott Deiner Wahl, dass Du Gewürzpaprika mit einem Farbwert von 120 Asta, oder besser kaufen möchtest. Ein schneller Weg um die Beratungsqualität in einem Laden zu checken.

Was gibt es noch in diesem Universum?
Geräucherter Paprika:
gibt es quasi aus allen Provinienzen und ist nicht anderes als Chipotle Chili, nur halt in mild. In meinem Gewürzregal habe ich einen excellenten geräucherten Paprika aus Ungarn. Dafür lasse ich das Folgende gerne stehen:
Pimenton de la Vera: ist geräucherter Paprika aus der Extremadura, eine Region in West-Spanien, südlich der Stadt Salamanca. "Pimenton de la Vera" ist eine DDO - eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Das sagt nicht aus, dass es sich um eine gute Qualität handelt! Es sagt aus, dass der Erzeuger sich den Vorschriften der DDO unterwirft, nämlich, dass der frische Paprika in der Region erzeugt sein muss - das sind 43 definierte Gemeinden - und das er über Rauch getrocknet werden muss. Sonst nichts.

Rosenscharf:
einer meiner Lieblingsbegriffe in der Welt der Gewürze. Ein Euphemismus! Tatsächlich ist es so, dass es sich um die schlechteste Qualitätsstufe handelt, bei der die gesamte Frucht vermahlen wird. Darum ist er etwas schärfer aber vor allem auch bitterer. Der Begriff leitet sich wie folgt ab: die Südeuropäischen Erzeuger orientierten sich seit jeher an Ungarn. Bekanntermaßen brauchen Bauern unterschiedliche Sorten zur Erzeugung von Gemüse, weil sie unterschiedliche Böden, Wasserqualitäten und klimatische Bedingungen haben. Eine Sorte, die schärfer ist als andere Sorten heißt "Rosza". Nachdem Ungarn aber nicht immer zuverlässig liefern konnte und insbesondere die deutschen Verbraucher ja gerne wenig für wertvolle Lebensmittel bezahlen wollen, haben sich die Pfeffersäcke andere, billigere Herkunftsländer gesucht wie zB Spanien. Problem: den 'scharfen' Paprika konnte man nicht ohne weiteres kopieren ohne die Samen zu vermahlen.

Paprika würzt gerne Fleisch und Käse, dabei musst Du unbedingt vermeiden, dass er zu stark erhitzt wird, weil er sonst bitter schmeckt.


Beim Einkauf:
Komplett lichtgeschützte Packungen kaufen, sonst ist der Paprika schnell blass-orange.
Bei Pimenton der la Vera auf das DDO Siegel achten.
Passt besonders gut zu:
Fleisch, Schafskäse
Harmoniert mit:
Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, schwarzer Pfeffer, Piment
Anwendung:
Kann lang garen aber darf nicht zu hoch erhitzt werden
Verwendung in Mühlen?Nein
Wann kommt das Gewürz ins Essen?frühestens nach der Hälfte der Garzeit
In welchen Gewürzmischungen wird es verwendet?Keine bekannt
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